Diagnose

Ergotherapie bei einer reaktiven Bindungsstörung des Kindesalters

Bei einer reaktiven Bindungsstörung kann der Aufbau vertrauensvoller Beziehungen erschwert sein. Ergotherapie begleitet dabei, Beziehung zu stärken.

Eine reaktive Bindungsstörung entwickelt sich, wenn Kinder in den ersten Lebensjahren wenig verlässliche Zuwendung erfahren haben, etwa bei Vernachlässigung oder häufigem Wechsel der Bezugspersonen. Die Kinder wirken im Kontakt widersprüchlich: Sie suchen Nähe und weichen ihr zugleich aus, wirken übervorsichtig oder emotional schwer erreichbar. Mit einer verlässlichen Umgebung sind deutliche Veränderungen möglich.

Die Ergotherapie arbeitet vor allem über Verlässlichkeit: gleicher Rahmen, gleiche Abläufe, vorhersehbare Reaktionen. In diesem Rahmen können Kinder Schritt für Schritt erfahren, dass Nähe ungefährlich ist.

Die Ziele werden am Entwicklungsstand ausgerichtet und brauchen Zeit. Häufig geht es um:

  • Verlässliche Beziehungserfahrungen ermöglichen
  • Selbstregulation bei Anspannung unterstützen
  • Nähe und Distanz besser steuern lernen
  • Spiel- und Kontaktfähigkeit erweitern
  • Bezugspersonen und Pflegefamilien beraten
Therapieraum mit höhenverstellbarem Schreibtisch, orangem Hocker und Pflanze in einer Vacura-Praxis

Jede Einheit folgt demselben Aufbau, mit festen Ritualen zu Beginn und Ende. Über Körperwahrnehmung und ruhige, gemeinsame Tätigkeiten wird Regulation unterstützt, bevor Anforderungen steigen. Bezugspersonen werden eng eingebunden, weil die tragende Beziehung im Alltag entsteht und nicht in der Praxis.

Behandelt wird einmal pro Woche über jeweils 45–60 Minuten. Einzeltermine mit gleichbleibendem Rahmen stehen im Vordergrund, Hausbesuche unterstützen den Alltag der Familie.

Nötig ist eine ärztliche Heilmittelverordnung von Kinderärzt:innen oder Kinder- und Jugendpsychiater:innen. Häufig ist die Jugendhilfe beteiligt, mit der wir uns gern abstimmen. Auch Pflege- und Adoptivfamilien können sich jederzeit direkt melden.

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