Diagnose

Ergotherapie nach einer Hüftgelenkendoprothese (Hüft-TEP)

Nach einer Hüft-TEP können Beweglichkeit und Selbstständigkeit eingeschränkt sein. Ergotherapie unterstützt dabei, Alltagsaktivitäten sicher auszuführen.

Eine Hüftgelenkendoprothese ist ein künstliches Hüftgelenk, das meist bei fortgeschrittener Arthrose oder nach einem Oberschenkelhalsbruch eingesetzt wird. Bei einer Hüft-TEP, der Totalendoprothese, werden Hüftpfanne und Hüftkopf ersetzt. In den ersten Wochen nach der Operation gelten je nach Operationstechnik Vorgaben, etwa die Hüfte nicht zu tief zu beugen oder das Bein nicht über die Körpermitte zu führen.

Die Ergotherapie übersetzt die ärztlichen Bewegungsvorgaben in konkrete Abläufe für Bad, Schlafzimmer und Küche. Mit passenden Hilfsmitteln und einer sicheren Wohnumgebung unterstützt sie Patient:innen dabei, den Alltag möglichst selbstständig zu gestalten.

Im Vordergrund stehen individuell die Tätigkeiten, die zu Hause am häufigsten gebraucht werden:

  • Strümpfe, Schuhe und Hosen mit Hilfsmitteln selbstständig anziehen
  • Körperpflege und Toilettengang hüftgerecht gestalten
  • Hinsetzen, Aufstehen und das Zubettgehen sicher ausführen
  • Die Wohnung sturzsicher einrichten
  • Haushalt, Einkauf und Freizeit Schritt für Schritt erweitern
Therapieraum mit höhenverstellbarem Schreibtisch, orangem Hocker und Pflanze in einer Vacura-Praxis

Mit Strumpfanzieher, langem Schuhlöffel und Greifzange lassen sich Socken, Schuhe und heruntergefallene Gegenstände erreichen, ohne die Hüfte zu weit zu beugen. Toilettensitzerhöhung, Duschhocker oder Badewannenbrett werden gemeinsam ausgewählt und im Alltag erprobt. Bei einem Hausbesuch fallen außerdem Teppichkanten, lose Kabel oder schwache Beleuchtung als Sturzrisiken auf.

Oft beginnt die Ergotherapie bereits in der Klinik oder Reha und wird danach zu Hause oder in der Praxis fortgeführt. Ein motorisch-funktioneller Termin dauert rund 30–45 Minuten, in der Regel ein- bis zweimal pro Woche.

Orthopäd:innen oder Hausärzt:innen stellen die Heilmittelverordnung in der Regel nach der Entlassung aus Klinik oder Reha aus. Da ein Gelenkersatz zu den blankofähigen Diagnosegruppen gehört, kommt auch eine ärztliche Blankoverordnung infrage. Ist der Weg zu uns noch zu beschwerlich, frag direkt nach einem Hausbesuch auf der Verordnung.

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