Diagnose

Ergotherapie nach einer Kniegelenkendoprothese (Knie-TEP)

Das Beugen des Knies fällt nach einer Knie-TEP anfangs oft schwer. Sichere Abläufe, z. B. beim Anziehen und Duschen, sind daher Thema der Ergotherapie.

Eine Kniegelenkendoprothese, umgangssprachlich künstliches Kniegelenk, ersetzt die abgenutzten Gelenkflächen des Knies, meist wegen einer fortgeschrittenen Kniearthrose. Bei der Knie-TEP werden die Gelenkflächen von Ober- und Unterschenkel vollständig überkront, bei einer Teilprothese nur ein Teil davon. Beugung, Streckung und Belastbarkeit brauchen nach dem Eingriff oft einige Monate, bis sie sich im Alltag selbstverständlich anfühlen.

Anders als bei der Hüfte gibt es nach einer Knie-TEP meist keine festen Bewegungsverbote, dafür begrenzen Schwellung und Schmerz anfangs die Beugung. Gemeinsam mit den Patient:innen sucht die Ergotherapie nach Wegen, alltägliche Aufgaben trotz dieser Einschränkung sicher zu erledigen.

Gemeinsam wird individuell vereinbart, welche Alltagstätigkeiten zuerst an der Reihe sind, etwa:

  • Aufstehen aus Sessel, Bett und Auto sicher bewältigen
  • Füße und Unterschenkel beim Waschen und Anziehen erreichen
  • Arbeiten im Stehen wie Kochen mit Pausen und Sitzgelegenheiten planen
  • Wege in der Wohnung für das Gehen mit Gehstützen freihalten
  • Gewohnte Aktivitäten wie Gartenarbeit oder Ausflüge wieder aufnehmen
Therapieraum mit höhenverstellbarem Schreibtisch, orangem Hocker und Pflanze in einer Vacura-Praxis

Ein Stehhocker in der Küche oder ein erhöhter Sitz erleichtert Tätigkeiten, bei denen das Knie sonst lange gebeugt oder belastet wäre. Kühlphasen werden gezielt in den Tagesablauf eingeplant, damit die Schwellung aktive Zeiten weniger einschränkt. Sobald die Wunde verschlossen ist, wird die Narbe am Knie behandelt, damit die Haut der Beugung gut folgt.

Pro Woche sind ein bis zwei Termine von rund 30–45 Minuten üblich, verordnet als motorisch-funktionelle Behandlung. Gearbeitet wird in der Praxis, im häuslichen Umfeld oder in der Pflegeeinrichtung.

Meist kommt die Verordnung nach der Reha von Deinen Orthopäd:innen oder Deiner Hausarztpraxis. Nenne bei der Anfrage gern, welche Alltagstätigkeiten Dir derzeit am schwersten fallen, dann können wir die ersten Termine gezielt vorbereiten.

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