Diagnose

Ergotherapie bei chronischen Rückenschmerzen

Bei chronischen Rückenschmerzen werden Bücken oder Heben oft mühsam. Gemeinsam werden in der Ergotherapie rückenfreundliche Abläufe im Alltag geübt.

Von chronischen Rückenschmerzen spricht man, wenn die Beschwerden länger als drei Monate anhalten oder immer wiederkehren. Am häufigsten ist der untere Rücken betroffen, fachlich Lumbalgie genannt. Oft lässt sich keine einzelne Ursache finden, sodass Haltung, Bewegung, berufliche Belastung und Stress gemeinsam betrachtet werden.

Während die Physiotherapie vor allem an Kraft und Beweglichkeit der Wirbelsäule arbeitet, betrachtet die Ergotherapie daneben auch die konkreten Tätigkeiten, bei denen der Rücken belastet wird. Patient:innen erproben, wie sich Haushalt, Arbeit und Freizeit rückenfreundlich und mit mehr Zutrauen in die eigene Bewegung gestalten lassen.

Die Ziele werden individuell aus dem Alltag der Patient:innen abgeleitet, häufig gehören dazu:

  • Rückenschonende Techniken für Heben, Bücken und Putzen festigen
  • Arbeitsplatz und Sitzhaltung passend einrichten
  • Vertrauen in Bewegung und Belastung stärken
  • Aktivität und Erholung über den Tag ausgewogen verteilen
  • Entspannung als Gegengewicht zu Stress nutzen
Therapieraum mit höhenverstellbarem Schreibtisch, orangem Hocker und Pflanze in einer Vacura-Praxis

Typische Alltagssituationen wie das Beziehen eines Bettes oder das Einräumen der Spülmaschine werden in der Praxis nachgestellt und rückenfreundlich geübt. In schmerzstarken Phasen können Hilfsmittel wie Greifzange oder Strumpfanzieher den Alltag erleichtern. Entspannungstechniken und Stressmanagement unterstützen den Umgang mit Schmerz und Anspannung.

Eine Einheit dauert ungefähr 30–45 Minuten, bei ein bis zwei Terminen pro Woche im motorisch-funktionellen Bereich. Neben der Einzelbehandlung kommt je nach Verordnung auch eine Parallelbehandlung infrage.

Für Ergotherapie brauchst Du eine Heilmittelverordnung von Orthopäd:innen oder aus Deiner Hausarztpraxis. Weil Rückenschmerzen zu den Erkrankungen der Wirbelsäule zählen, für die eine Blankoverordnung zugelassen ist, kann Deine Ärztin oder Dein Arzt auch diese Form wählen. Umfang und Frequenz der Behandlung legen wir dann gemeinsam mit Dir fest.

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