Diagnose

Ergotherapie beim Down-Syndrom

Kinder mit Down-Syndrom lernen in ihrem eigenen Tempo. Ergotherapie begleitet sie beim Größerwerden, vom Anziehen bis zur Stifthaltung.

Beim Down-Syndrom, auch Trisomie 21 genannt, ist das Chromosom 21 dreifach vorhanden. Das beeinflusst die Entwicklung und häufig auch die Muskelspannung, sodass Kinder Sitzen, Laufen oder Sprechen später lernen. Die Spannbreite der Fähigkeiten ist dabei groß und lässt sich nicht vorhersagen.

Die Ergotherapie setzt an den Stärken des Kindes an und übt genau die Handgriffe, die der Tag verlangt. Weil die Muskelspannung oft niedriger ist, bekommen Haltung und Kraftdosierung besondere Aufmerksamkeit.

Die Ziele wachsen mit dem Kind mit, von den ersten Greifversuchen bis zum Schulweg. Oft geht es um:

  • Grundfertigkeiten wie Greifen, Halten und Loslassen festigen
  • Anziehen, Essen und Körperpflege selbstständig meistern
  • Stifthaltung und erste Schreibbewegungen vorbereiten
  • Ausdauer für Kita- und Schulaufgaben entwickeln
  • Eltern im Alltag mit konkreten Ideen unterstützen
Therapieraum mit höhenverstellbarem Schreibtisch, orangem Hocker und Pflanze in einer Vacura-Praxis

Vieles läuft über Spiel: Kneten, Klettern und Balancieren kräftigen Hände und Rumpf, ohne dass Üben nach Üben aussieht. Die sensorische Integration hilft, Berührungen und Bewegungsreize besser zu verarbeiten. Graphomotorisches Training bereitet ältere Kinder gezielt auf das Schreiben vor.

Üblich ist eine sensomotorisch-perzeptive Verordnung mit ein bis zwei Terminen pro Woche zu je rund 30–45 Minuten. Behandelt wird in der Praxis, ergänzend auch in Kita oder Schule.

Kinderärzt:innen stellen die ärztliche Heilmittelverordnung aus, häufig begleitet ein Sozialpädiatrisches Zentrum die Entwicklung mit. Wenn Du magst, bring zum Ersttermin die letzten Berichte mit. Dann planen wir gemeinsam die nächsten Schritte.

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