Diagnose

Ergotherapie bei infantiler Zerebralparese

Eine infantile Zerebralparese beeinflusst Bewegung und Haltung von Geburt an. Ergotherapie unterstützt Kinder dabei, im Alltag selbst aktiv zu werden.

Die infantile Zerebralparese entsteht durch eine frühe Schädigung des noch unreifen Gehirns, meist vor oder um die Geburt. Sie zeigt sich vor allem in veränderter Muskelspannung, unwillkürlichen Bewegungen oder einer unsicheren Haltung. Wie stark der Alltag betroffen ist, unterscheidet sich von Kind zu Kind erheblich.

Die Ergotherapie orientiert sich daran, was das Kind tun möchte: spielen, sich anziehen, in der Kita mitmachen. An diesen Zielen wird mit Bewegungsangeboten, Lagerung und passenden Hilfsmitteln gearbeitet.

Welche Schritte anstehen, hängt vom Alter und von der Ausprägung ab. Häufige Schwerpunkte:

  • Greifen und beidhändiges Hantieren erweitern
  • Sitz- und Arbeitshaltung für Spiel und Schule sichern
  • Selbstständigkeit beim Essen und Anziehen ausbauen
  • Hilfsmittel auswählen und im Alltag einführen
  • Eltern in Handling und Lagerung anleiten
Therapieraum mit höhenverstellbarem Schreibtisch, orangem Hocker und Pflanze in einer Vacura-Praxis

Nach dem Bobath-Konzept werden alltägliche Handlungen in bewegungsgünstige Abläufe eingebettet, etwa beim Wechsel vom Boden auf den Stuhl. Die sensorische Integration verbindet Wahrnehmung und Bewegung, wenn Reize schwer einzuordnen sind. Bei Bedarf kommt eine Orthesenversorgung dazu, damit die Hand beim Spielen stabiler arbeiten kann.

Verordnet wird meist eine sensomotorisch-perzeptive Behandlung, ein- bis zweimal pro Woche über rund 30–45 Minuten. Neben der Praxis finden Termine auch in Kita, Schule oder zu Hause statt.

Die Heilmittelverordnung stellen Kinderärzt:innen aus, oft in Abstimmung mit einem Sozialpädiatrischen Zentrum. Berichte aus Frühförderung oder Physiotherapie helfen bei der Zielplanung. Melde Dich gern mit einer kurzen Anfrage für einen Ersttermin.

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